ENERGIEregion Nürnberg e.V.
11.10.2013

Erfolgsmodell, Made in Frankonia

Sie geht maßgeblich auf Nürnberger Ideen zurück: Die Weiterbildung EUREM. Das Kürzel steht für „Europäischer Energiemanager“. Der Kurs dauert fast ein Jahr. 

Inzwischen werden EUREMs sogar in China ausgebildet. Dort sind solcherart weiterqualifizierte Energiebeauftragte in Unternehmen gefragt. Inzwischen finden sogar EUREM-Treffen statt, dieses Jahr war der Treffpunkt Nürnberg.

VON HEINZ WRANESCHITZ

EUREM eine Erfolgsgeschichte made in Franken

Die Ursprünge reichen bis ins Jahr 1999 zurück. Damals gebaren Robert Schmidt, Innovationschef der mittelfränkischen Industrie- und Handelskammer (IHK), und Marco Wagner von der Nürnberg-Hamburger PE Projects Energy GmbH den Kurs für Fachleute.

Wenn sie zusammenkommen, sei das „wie beim Klassentreffen. Wir alle sind irgendwie zusammengeschweißt“, sagt Robert Schmidt von der Nürnberger IHK. Denn viele EUREMs kennen sich persönlich. Und außerdem sei man ständig über eine „virtuelle Plattform“ in Kontakt.

Ausbildungsstätten an 57 Orten in 21 Staaten 

Die Unternehmensberaterin Hermine Dimitroff-Regatschnig aus Graz ist laut Schmidt „die Seele des EUREM-Lehrgangs in Österreich und insgesamt zuständig für die Qualitätssicherung“. 

Diese Funktion ist inzwischen unerlässlich. Heute bildet ein Netzwerk von Ausbildungsstätten an 57 Orten in 21 Staaten weltweit EUREMs aus. Zuletzt ist die Guozheng International Education Investment Co. Ltd. in Peking/China dazugekommen.

Energiebewusstsein drang in Chefetagen

Es lief ziemlich langsam an mit der EUREM-Weiterbildung. In den ersten zehn Jahren fanden sich für die Lehrgänge in 15 EU-Ländern gerade einmal 1.000 Bildungswillige, die meisten davon aus Deutschland. Doch dann drang das Energiebewusstsein bis in die Chefetagen vieler Unternehmen durch. Das führte allein zwischen 2009 und heute zu einer Verdreifachung auf über 3300 Energiemanager. 226 Trainings waren dafür notwendig, denn nicht die Masse, sondern die Klasse steht im Vordergrund.

Antriebe, Beleuchtung, Druckluft, Erneuerbare Energie

„Nicht einzelne Energieformen, sondern bereichsübergreifend und strategisch“ sollen die EUREM-Absolventen ihren Betrieb durchforsten, wird ihnen gelehrt. „Druckluft, Beleuchtung, Antriebe, Erneuerbare Energien“ – alles was möglich ist und Wirtschaftlichkeit beweist. Die sei bei rasant steigenden Energiekosten immer leichter zu erreichen, wie Robert Schmidt herausstellt.

2009 erster EUREM Informationsaustausch in der IHK Nürnberg

2009 war ein Meilenstein. Damals trafen sich erstmals EUREM-Weitergebildete zum Informationsaustausch, und zwar in den Räumen der Nürnberger IHK. Nach zwei weiteren Treffen des „EUREM-Net“ in Wien (2010) und Prag (2011) fand das vierte „Klassentreffen“ der firmeninternen Energieeinsparfachleute wiederum in Nürnberg statt.
Solches „Netzwerken stärkt“, da ist sich Schmidt ganz sicher. Doch er baut neben den Treffen vor allem auf „die virtuelle Energiemanager-Plattform www.energymanager.eu“.
Mit Login haben darauf all diejenigen Zugriff, die einen EUREM-Lehrgang durchlaufen haben. Und dort im Web können sie ihre Erfahrungen teilen und fast genauso austauschen wie bei den Treffen in der realen Welt. Heuer waren knapp 200 EUREMs in Nürnberg dabei, davon etwa 40 Prozent aus dem Ausland. 

Jeder neue EUREM spart im Schnitt 750 Megawattstunden (MWh) Energie

Zu jeder Weiterbildung gehört eine Praxisarbeit. Wie man inzwischen weiß, spart jeder neue EUREM dabei durchschnittlich 750 Megawattstunden (MWh) Energie bzw. 300 Tonnen (t) Kohlendioxid (CO2) ein. Dadurch werden Energiekosten um etwa 30.000 Euro jährlich gesenkt. So war in Nürnberg 60.000 t CO2-Reduktion an einem Ort versammelt.
Die Reduktion hat etwa drei Jahre Amortisationszeit. Wobei diese Ersparnis ja einerseits auf lange Sicht erhalten bleibt, und andererseits die meist an verantwortlicher Stelle agierenden Energiemanager ja auch weiterhin Potenziale erschließen.

EUREM Plus startet

Projektleiter Stefan Hübel von der IHK Nürnberg: „Mit diesem 3. EUREM-EU- Förderprojekt stärken wir die Marke und es kommen sechs neue Staaten in Osteuropa dazu, die EUREM einführen.“
Allerdings gibt es in jedem Land unterschiedliche Schwerpunkte. in Tschechien beispielsweise ist das Interesse am Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplung sehr groß.
In China nehmen besonders viele Beamte an den EUREM-Kursen teil. Sonst stammen die Teilnehmer fast überall aus der Industrie, wo am meisten Energie zu sparen ist.

Kontakt:
Heinz Wraneschitz
Journalist - Dipl.-Ing.
Email: heinz.wraneschitz@t-online.de
Website: www.wran.de 

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