ENERGIEregion Nürnberg e.V.
01.07.2026

Vom Holzabfall zum High-Tech-Baumaterial und Erdgas-Ersatz

Im oberpfälzischen Grafenwöhr werden regionale Rohstoffe zu hochwertigen Dämmstoffen "Made in der Metropolregion Nürnberg".

 

Fachexkursion der ENERGIEregion Nürnberg zum Dämmplatten-Hersteller naturheld
Fachexkursion zum Dämmplatten-Hersteller naturheld; Bildercollage: ENERGIEregion Nürnberg e.V. /Fotos: naturheld GmbH & Co. KG

Hackschnitzel fallen in Sägewerken in großer Menge als „Sägenebenprodukt“ an. Man könnte auch sagen als Abfall. Im Werk der naturheld GmbH & Co. KG in Grafenwöhr im Landkreis Neustadt a. d. Waldnaab wird dieser „Abfall“ zu hochwertigen Dämmplatten für Gebäude verarbeitet. Auf Neudeutsch würde man es „Upcycling“ nennen. Wie das funktioniert, davon konnten sich die Teilnehmer*innen einer Fachexkursion der ENERGIEregion Nürnberg e. V. im Rahmen des Projekts Klimapakt2030plus einen Eindruck verschaffen.

Geführt wurde die Gruppe durch den Geschäftsleiter Florian Bösl und den Energiemanagement-Beauftragten Jakob Schwab, die den kompletten Produktionsprozess des 2022 gebauten Werks von der Anlieferung des Rohmaterials bis zur Verpackung der fertigen Dämmelemente vorstellten.

„Wir haben hier eines der modernsten Werke für Holzfaserdämmung,“ so Bösl. „Die Maschinen der Produktionsstraße sind High-End-Maschinen Made in Germany oder Austria.“ Die Zahlen zu den verarbeiteten Materialien sind beeindruckend: Aus 150.000 Tonnen getrockneten Hackschnitzeln entstehen 500.000 m³ druckfeste Platten und 1.500.000 m³ flexible Platten pro Jahr. Die Fasermühlen verarbeiten 20 Tonnen Hackschnitzel pro Stunde. 

Energieintensive Produktion   überwiegend erneuerbar

Für die Trocknung der Materialien benötigt die Anlage ein eigenes Heizwerk mit 2 x 19 MW Leistung, ebenfalls betrieben mit Holzabfällen, v.a. Baumrinde; die damit erzeugte Heizleistung entspricht der von 13 Mio. m³ Erdgas, die eingespart werden. 

Die Anlage benötigt auch sehr viel Strom. Ein großer Teil davon kommt von eigenen Photovoltaik-Anlagen mit 2,3 MW Leistung und einem 15 MW PV-Park in der Nachbarschaft. 95% des in der Produktion eingesetzten Wassers wird durch Kondensation und spätere Eindampfung zurückgewonnen.

Hohe Energieeffizienz des Endprodukts Holzfaserdämmplatte

„Nicht nur der Betrieb unserer Anlage spart sehr viel Öl und Gas, auch die von uns hergestellten Dämmplatten,“ betonte Florian Bösl. „Holz als Baustoff ist ein Top-Klimaschützer, weil das darin enthaltene CO2 über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte gebunden bleibt.“ Die von Naturheld hergestellten Dämmplatten haben nicht nur sehr gute Dämmwerte, sondern bieten auch starken sommerlichen Hitzeschutz und diffusionsoffene Eigenschaften. „Die mit unseren Platten gedämmten Gebäude verbrauchen sehr viel weniger Heiz- und Kühlenergie als vorher. Was gut für den eigenen Geldbeutel und das Klima ist.“

Hackschnitzel nur Abfall? Nein. 

In Grafenwöhr wird daraus ein High-Tech-Baumaterial „Made in der Metropolregion Nürnberg“.

 

Text: Dr. Franz Hitzelsberger, ENERGIEregion Nürnberg e.V.

 

Die Veranstaltung wurde im Rahmen des Projekts «Klimapakt2030plus – Energiewende in der Metropolregion Nürnberg» durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert.

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