Pumpspeicherkraftwerk Happurg: Sanierung verläuft planmäßig
Dem Energiespeicher soll wieder eine wichtige Funktion als Stabilitätsanker für die Energiewende zukommen. Die Wiederinbetriebnahme ist für 2028 geplant.
Bei einem Vor-Ort-Termin informierte sich Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger über den aktuellen Stand der Sanierungsarbeiten am Pumpspeicherkraftwerk Happurg im Landkreis Nürnberger Land. Mit der geplanten Wiederinbetriebnahme im Jahr 2028 erhält die Metropolregion Nürnberg einen wichtigen Energiespeicher zurück, der einen zentralen Beitrag zur Integration erneuerbarer Energien und zur Versorgungssicherheit leisten soll.
Größter Energiespeicher Bayerns kehrt zurück
Das Pumpspeicherkraftwerk Happurg wurde 1958 in Betrieb genommen und gilt mit einer Leistung von 160 Megawatt sowie einer Speicherkapazität von 850 Megawattstunden als größtes Pumpspeicherkraftwerk Bayerns. Nach Schäden am Oberbecken musste die Anlage 2011 außer Betrieb genommen werden. Im Juni 2024 gab Uniper den Start der umfassenden Sanierung bekannt und investiert rund 250 Millionen Euro in die Modernisierung des Standorts.
Nach Angaben von Uniper sind die Arbeiten am Oberbecken, welche von der Josef Rädlinger Unternehmensgruppe durchgeführt werden, inzwischen zu einem großen Teil abgeschlossen. Auch die Sanierungsmaßnahmen am Unterbecken, an den Druckrohrleitungen und im Krafthaus verlaufen planmäßig.
Schlüsseltechnologie für die Energiewende
Pumpspeicherkraftwerke übernehmen eine zentrale Rolle in einem Energiesystem mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energien. Sie speichern überschüssigen Strom aus Wind- und Photovoltaikanlagen, indem Wasser in ein höher gelegenes Speicherbecken gepumpt wird. Bei steigendem Strombedarf fließt das Wasser wieder talwärts und erzeugt innerhalb kurzer Zeit elektrische Energie.
Mit einer Fallhöhe von 209 Metern kann das Kraftwerk Happurg bis zu fünf Stunden lang seine volle Leistung ins Stromnetz einspeisen. Zudem verfügt die Anlage über die Fähigkeit zum Schwarzstart und kann nach einem großflächigen Stromausfall ohne externe Stromversorgung wieder hochgefahren werden. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität und Versorgungssicherheit.
Wichtiger System-Baustein für die Metropolregion Nürnberg
Mit der Rückkehr des Pumpspeicherkraftwerks Happurg gewinnt die Metropolregion Nürnberg einen leistungsfähigen „grünen Akku“ zurück. Gemeinsam mit weiteren Speichertechnologien wird das Kraftwerk künftig dazu beitragen, erneuerbare Energien effizienter zu nutzen und die Transformation des Energiesystems weiter voranzubringen.
Quellen: Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, Uniper SE und Josef Rädlinger Unternehmensgruppe; redaktionell verändert durch ENERGIEregion Nürnberg e.V. mit KI-Unterstützung