ENERGIEregion Nürnberg e.V.
20.01.2026

Fernwärme im Hörsaal: Praxisnaher Studiengang für die Wärmewende

Die Technische Hochschule Nürnberg startet den deutschlandweit einzigartigen Master „Wärmenetzsysteme“. Mit Praxisbeiträgen der N-ERGIE werden Fachkräfte für die Wärmeversorgung ausgebildet.

Fernwärme-Rohre
Fernwärme-Rohre; Foto: N-ERGIE Aktiengesellschaft, Dieter Kachelriess

Die Wärmewende ist eine zentrale Säule der Energiewende – und sie braucht qualifizierte Fachkräfte. Genau hier setzt die Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm an: Ab dem Sommersemester 2026 erweitert sie den Masterstudiengang Chemieingenieurwesen und Energieverfahrenstechnik um die neue Studienrichtung „Wärmenetzsysteme“. Praktische Einblicke kommen dabei vom Energieversorger N-ERGIE Aktiengesellschaft. Die beiden ENERGIEregion-Mitglieder unterstreichen damit ihre gemeinsame Verantwortung für eine zukunftsfähige Energieversorgung in der Metropolregion Nürnberg.

Deutschlandweit einzigartig und eng mit der Praxis verzahnt

Was den neuen Studiengang besonders macht, erläutert Prof. Dr.-Ing. Kai Schäfer, Studienfachberater an der TH Nürnberg. Die Studienrichtung sei bundesweit einzigartig und ermögliche es Studierenden erstmals, sich gezielt auf den Fernwärmesektor zu spezialisieren. Ein zentrales Merkmal ist der hohe Praxisbezug: Zahlreiche externe Partner gestalten das Lehrangebot aktiv mit.

Durch die enge Einbindung von Unternehmen wie der N-ERGIE wird sichergestellt, dass die Lehrinhalte nicht nur aktuell, sondern auch unmittelbar anwendungsnah sind. Zudem sei der Studiengang so konzipiert, dass er gut dual studierbar ist und sich auch für Berufstätige eigne.

Viele Berufsperspektiven im Fernwärmesektor

Die beruflichen Einsatzfelder für Absolvent*innen sind vielfältig. Der Fernwärmesektor bietet Tätigkeiten in Planung, Bau und Betrieb moderner Wärmenetze. Dazu zählen unter anderem die Integration industrieller Abwärme, der Einsatz neuer Erzeugungstechnologien wie Großwärmepumpen oder Geothermie sowie die Effizienzsteigerung bestehender Netze durch Temperaturabsenkung oder Wärmespeicher.

Auch die öffentliche Verwaltung profitiert von dieser Expertise – etwa bei der Umsetzung kommunaler Wärmepläne, die für Städte und Gemeinden zunehmend an Bedeutung gewinnen.

N-ERGIE bringt Netzplanung in den Hörsaal

Ab März übernehmen vier Fachkräfte aus dem Wärmebereich der N-ERGIE regelmäßig Lehrveranstaltungen. Christine Lorenz, Grundsatzplanerin im Bereich Wärme, erklärt den inhaltlichen Schwerpunkt: Im Fokus steht die vorausschauende Planung großer Infrastrukturen. Studierende lernen, wie Fernwärmenetze ausgelegt und berechnet werden und wie sich bestehende Netze mit erneuerbaren Energien und künftigem Netzausbau sinnvoll verbinden lassen.

Damit erhalten die Studierenden einen realistischen Einblick in die Herausforderungen der Wärmetransformation – von technischen Fragestellungen bis hin zur Systemintegration.

Nachwuchs für die Wärmeversorgung von morgen

Für Christine Lorenz ist klar: Der Wärmebereich steht vor großen Aufgaben, bietet aber zugleich attraktive Perspektiven. Digitalisierung, intelligente Lastverteilung und die Optimierung komplexer Systeme erfordern engagierte Fachkräfte mit Ausdauer. Der neue Studiengang ermögliche es, frühzeitig ein Verständnis für diese Anforderungen zu entwickeln.

Der dreisemestrige Master richtet sich an Bachelorabsolvent*innen der Ingenieurwissenschaften und startet jeweils zum Sommersemester. Mit dem neuen Angebot stärken die TH Nürnberg, die N-ERGIE und ihre Partner gezielt die Ausbildung von Fachkräften für eine klimafreundliche Wärmeversorgung in Nordbayern.

 

Quelle: N-ERGIE Aktiengesellschaft und Technische Hochschule Nürnberg; redaktionell verändert durch ENERGIEregion Nürnberg e.V.

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