Der Energie Campus nimmt Fahrt auf
Der Energie Campus Nürnberg ist das größte Teilprojekt innerhalb des Strukturprogramms des Freistaates Bayern für die Städte Nürnberg und Fürth, das zur Kompensation der Folgen der Quelle-Insolvenz aufgelegt wurde. Der Freistaat Bayern unterstützt den Auf- und Ausbau der Forschungsplattform in den ersten fünf Jahren mit 50 Millionen Euro. Mit diesen Mitteln werden Forschungsprojekte durchgeführt und neue Forscher nach Nürnberg geholt. Insgesamt liegen bereits für die ersten fünf Jahre Forschungsmittel für über 100 Personen vor.
„Damit wird ein wichtiger Struktureffekt für Nürnberg erzielt“, erklärte der damalige Wirtschaftsreferent Dr. Fleck. „Mit dem Energie Campus Nürnberg schaffe
n wir ein international anerkanntes Forschungszentrum für Energiefragen, das unseren Unternehmen Innovationen und unseren Bürgern Arbeitsplätze bringt.“
Mit dem EnCN wird in der Metropolregion Nürnberg ein völlig neuartiges Konzept für ein Energieforschungszentrum umgesetzt. Zentrales Ziel dabei ist die Verwirklichung der Vision einer nachhaltigen, auf erneuerbaren Energien basierenden Energiewirtschaft. Er ist eine Forschungsplattform zur Entwicklung und Darstellung einer geschlossenen erneuerbaren Energiekette. Insbesondere umfasst dies die Kombination von Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen und Energietransport mit intelligenter Einspeisung und -speicherung, in Verbindung mit einer effizienten Verwendung und Verwertung. Begleitet werden diese Entwicklungen durch systemtechnische mathematische Betrachtungen, Akzeptanzforschung, Simulation und Design. Im EnCN sollen die Technologien entwickelt werden, die bis 2011 den Ausstieg des Freistaats aus der Kernenergie ermöglichen sollen. Entsprechend nimmt er im Rahmenprogramm der bayerischen Allianz für Energieforschung und -technologie eine zentrale Rolle ein.
Der Campus-Gedanke des EnCN ermöglicht die Kooperation verschiedener Partner aus Forschung, Industrie und Handwerk an einem Ort. Der Energie Campus Nürnberg ist eine enge Kooperation der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg, Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB, Fraunhofer-Institut für Bauphysik und dem Bayerischen Zentrum für angewandte Energieforschung e.V.
Die drei wesentlichen ingenieur- und naturwissenschaftlichen Themenfelder des EnCN sind:
- Materialforschung und Prozessentwicklung für die solare Energiewandlung und den stofflichen Energietransport
- Leistungselektronik, Informationstechnik und Energieflusssteuerung für elektrische Netze (Smart Grids)
- Steigerung der Energieeffizienz durch neue Materialien, Prozesse, Elektronik und Gebäudetechnik
Im EnCN werden zwei vollständige Wertschöpfungsketten abgebildet, die systemübergreifend agieren:
- Energietechnologie - von der Erzeugung über Wandlung, Speicherung und Verteilung bis zur Verwendung.
- Innovation - von der Grundlagenforschung über angewandte Lösungsansätze bis zum fertigen Produkt.
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In der ersten Phase besteht der EnCN aus 10 Projekten. Im Projekt SOLARFABRIK werden innovative Prozesse für die Herstellung von Solarzellen entwickelt. MATSOL steht für die Entwicklung von neuen Materialien für die solare Energiegewinnung. In TRANSPORT werden Materialien und Prozesse für chemische Speicherung von Energie untersucht. Das Projekt NET befasst sich mit allen Aspekten der Smart-Grid Techologie von Informations- und Kommunikationstechnik bis zur Leitungstechnik. In PROCESS werden Antriebe und Generatoren inklusive der Ansteuerungstechnik entwickelt, während das Projekt BUILDING sich mit der Energieeffizienz von Gebäuden befasst, von energiesparenden Baumaterialien bis zur Gebäudetechnik – dem Smarthome. Darüber hinaus gibt es die Querschnittsthemen Simulation, Design, Acceptance und Economy die übergreifende Themen der Energieforschung aufgreifen, und auch den Faktor Mensch mit einbeziehen.
Um einen schnellen Start zu ermöglichen hat der EnCN als virtueller Campus begonnen, in dem ein Großteil der Forschung noch bei den Partnerinstituten erfolgt. Jedoch werden die Aktivitäten gegen Ende 2012 im Nürnberger Westen in einem eigenen Gebäude zusammengeführt werden. Die gegenwärtige Planung umfasst ca. 6000 Quadratmeter Technikums-, Labor- und Bürofläche in denen die Forscher dann gemeinsam arbeiten. Es wird erwartet, dass sich um den EnCN schon bald weitere Gruppen und Institute, die Energieforschung betreiben, ansiedeln.
Durch den EnCN haben die Unternehmen in der Metropolregion eine einzigartige Möglichkeit gewonnen um die institutionelle Forschung an Energiethemen, und deren Infrastruktur, zu nutzen. Erste Kooperationsprojekte mit Unternehmen haben bereits begonnen, und weitere Kooperationspartner werden gesucht, um einen effektiven Transfer der Ergebnisse zu ermöglichen.
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Kontakt
Energie Campus Nürnberg
Geschäftsführer Dr. Jens Hauch
Tel.: 0911- 215335 - 60
E-Mail: jens.hauch@encn.de



